Sponsoren




"Das kann so nicht weitergehen"

Der FFC Nordlichter wird immer beliebter, stößt mit seinen Kapazitäten aber an die Grenze des Machbaren

von Mirko Schneider

Norderstedt. Es könnte alles so schön sein beim FFC Nordlichter Norderstedt. Das erste Herrenteam des Fußballvereins ist in die Verbandsliga aufgestiegen, mit 14 Jugendmannschaften kratzen die Kicker bei den Mitgliedern an der 300er-Marke. Doch es wird eng für den sympathischen Club. Im wahrsten Sinne des Wortes.

„Die Übungszeiten reichen kaum noch aus, um den Bedürfnissen vor allem der Jugendspieler gerecht werden zu können. Und uns fehlen Räume. Wir haben beispielsweise keine Möglichkeit, um unsere Trainingsutensilien lagern zu können. Wir transportieren stets das gesamte Equipment mit vollen Autos hin und zurück. Das kann so nicht weitergehen“, klagt Nordlichter-Chef Thorsten Ukatz.

Damit sich etwas bewegt, ist er vor zwei Monaten erneut in die Offensive gegangen. Der Stadt Norderstedt ließ Ukatz eine Schilderung des schwierigen Ist-Zustandes und einen Fragenkatalog zukommen. In dem Schreiben bitten die Nordlichter im ersten Punkt um die Prüfung des Baus einer Großsportanlage, damit der Verein endlich eine eigene Heimat erhält.

Punkt zwei enthält die Bitte, „die Schulsportplätze Moorbekstadion, Schulzentrum Nord und Langenharmer Weg, Gymnasium Harksheide für den Vereinsfußballsport herzurichten“. Am Langenharmer Weg dürfen die Nordlichter an Werktagen von 16.30 bis 19.30 Uhr trainieren. Für Punktspiele weichen nicht nur die Jugendlichen öfter ins Moorbekstadion aus. Auch die Herren bestreiten dort freitags regelmäßig ihre Heimpartien.

Aber: Die Plätze seien an sich zwar gut, eigneten sich jedoch „nur bedingt für den Vereinssport“, wie es in dem Antrag heißt. Die Auflistung dessen, was fehlt, ist durchaus umfangreich. Am Langenharmer Weg sind es Spieler- und Trainerkabinen, ein Besprechungs- bzw. Gruppenraum, beheizte Lager- bzw. Abstellräume, eine Küche und ein Verkaufsraum.

Für das Moorbekstadion, dessen Gebäude vom Norderstedter SV genutzt wird, listet der Antrag bis auf die Spieler- und Trainerkabinen dieselben Punkte auf. Zudem fragt der Verein in einem dritten Punkt, ob die Änderung des Lärmschutzgesetzes, genauer genommen der Sportanlagenlärmschutzverordnung, es wieder erlaube, den Langenharmer Weg bis 22 Uhr für Training und Punktspiele zu nutzen. Das würde den Club ein wenig entlasten.

In Kraft getreten ist das neue Gesetz allerdings noch nicht. Bundesrat und Bundestag haben zugestimmt, wirksam ist die Änderung jedoch erst ab September. Das Norderstedter Baudeezernat hat bereits angekündigt, dann alle städtischen Sportanlagen neu zu bewerten.

Wohl auch deswegen ist der Nordlichter-Antrag noch nicht abschließend bearbeitet worden. „Wir haben bislang eine allgemeine Antwort erhalten. Mit unserem ersten Punkt beschäftigt sich der Ausschuss für Schule und Sport, bezüglich der anderen beiden soll es demnächst einen Termin mit der Verwaltung geben“, so Ukatz. „Ich hoffe sehr, dass es bald vorangeht.“

Zumal ein Ende des Wachstums nicht abzusehen ist. Der 1988 gegründete Verein wird immer populärer. Schon diesen Sommer wollen die Nordlichter erneut neue Jugendmannschaften anmelden. Die Zugkraft des Clubs dürfte sich dank der erfolgreichen Herren noch einmal erhöhen. Darüber hinaus sei es, so Ukatz, auch gegnerischen Jugendteams kaum noch zuzumuten, zu Nachholspielen in der Woche zum FFC zu kommen. „Wir spielen nun mal in Schleswig-Holstein und nicht in einem Stadtstaat wie Hamburg. Die Anfahrtswege sind oft sehr weit. Wenn die Spiele dann zu einer frühen Anstoßzeit terminiert werden müssen, bringt dies erhebliche logistische Probleme mit sich.“

Aus all diesen Gründen setzt Thorsten Ukatz nun darauf, bei der Stadt Norderstedt bald Gehör zu finden. „Wir erfüllen eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe, holen die Kinder von der Straße. Aber mit unseren Kapazitäten stoßen wir leider an die Grenze des Machbaren. Deshalb sind unsere Anliegen wirklich wichtig.“

Quelle Hamburger Abendblatt 10.06.2017

10.06.2017

Zurück zur Übersicht